Fresh X verstehen

Fresh X - Kirche. Erfrischend. Vielfältig. Was aber ist eine Fresh X? Unter "Fresh X verstehen" finden Sie alles zu den theologischen Grundlagen, zur Geschichte der Bewegung und zu dem deutschen bzw. dem internationalen Fresh X-Netzwerk.

Was ist eine Fresh X?

Fresh X steht für ergänzende Ausdrucksformen von Kirche. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit haben sie eines gemeinsam: die Haltung, aus der heraus eine Fresh X entsteht. Diese geht davon aus, dass Gott überall am Werk ist, auch dort, wo Menschen keinen Bezug zu Kirche haben. Deshalb gehen Menschen an Orte und in Kontexte, wo Leuten die Kirche fremd ist.

Ein möglicher Weg zu einer Fresh X kann so aussehen:

Genau hinhören

Eine Fresh X entsteht nicht nach einem fertigen Konzept. Am Anfang steht eine geistliche Suchbewegung: das genaue Wahrnehmen von Gottes Handeln, den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen und der eigenen Berufung.

 

Gutes tun

Beim Hören merkt das Fresh X-Team, was es den Menschen vor Ort Gutes tun kann. Dieser praktische Dienst verkörpert das Evangelium und Gottes Liebe.

Gemeinschaft leben

Durch das Hinhören und Dienen entsteht Gemeinschaft. Auf dem weiteren Weg vertiefen sich Freundschaften. Gegenseitiges Vertrauen wächst.

Glauben entdecken und leben

In der Gemeinschaft bekommen Menschen Einblicke in das Leben von Christen. Alltägliche Begegnungen und Small Talk oder geistliche Angebote können zu Fragen über den Glauben führen. Menschen werden eingeladen eigene Schritte der Nachfolge zu gehen.

Gemeinde entsteht

Irgendwann ist klar, dass eine kontextuelle Form von Gemeinde, eine neue Ausdrucksform von Kirche, entstanden ist. Diese Gemeinschaft lebt in Beziehung zu ihren Mitmenschen und zur Ortskirche mit ihrer großen Tradition.

Die Reise geht weiter

Neue Formen von Gemeinde sind immer wieder selbst herausgefordert zu fragen: Was bewegt Gott? Was bewegt die Menschen? Dann wird sie sich als ganze Gemeinschaft oder in Teams wieder neu auf den Weg machen und zuallererst hinhören.


Die Gemeinschaften, die entstehen, haben das Potential eine neue Gestalt von Kirche zu werden – geprägt durch das Evangelium und relevant für ihren kulturellen Kontext – auch wenn sie zum Teil ganz anders aussehen, als bekanntere Formen von Kirche. Konkrete Beispiele können Gemeindeinitiativen in sozialen Brennpunkten, Jugendgemeinden, Café-Kirchen usw. sein.

Fresh X - eine Definition

Eine mögliche Definition für eine Fresh X könnte so klingen: 

Eine Fresh X ist eine neue Form von Gemeinde* für unsere sich verändernde Kultur, die primär mit Menschen gegründet wird, die noch keinen Bezug zu Kirche und Gemeinde haben.

*Unter Gemeinde verstehen wir hier jede dauerhafte Glaubensgemeinschaft unabhängig von ihrem rechtlichen Status, z.B. als selbstständiger Teil einer Kirchengemeinde, eines Glaubensbezirks oder einer Pfarrei, als landeskirchliche Gemeinschaft oder als Neugründung.

Fresh X - Ergänzung, nicht Ersatz

Zur Fresh X-Bewegung gehört die Vision einer „Kirche in doppelter Gestalt“. Die neuen Formen von Gemeinde sollen bestehende Formen weder ablösen, noch ersetzen, sondern ergänzen.

Dieses Miteinander von traditionellen und alternativen Gemeindeformen wird in England als „mixed economy“ bezeichnet. Diesen Ausdruck kann man gut mit dem Bild einer Seen-Fluss-Landschaft vergleichen: Ortsgemeinden entsprechen Seen. Sie sind tief, beständig, in sich ruhend, mit vielen Ressourcen (auch unter der Oberfläche). Sie „bewässern“ alles, was geographisch nahe ist. Um diese Seen herum grünt es.

Für die weiter entfernten Gebiete braucht es aber „Bäche und kleine Flüsse“, die sich den Weg in dürre Gebiete suchen. Fresh X gleichen diesen wendigen und flexiblen Flüssen. Sie finden den Weg zu Menschen, die sich nicht zur bestehenden Kirche aufmachen. Um nachhaltig bestehen zu können, brauchen diese kleinen Flüsse aber das große Reservoir der Seen. Gleichzeitig brauchen die Seen wiederum Abflüsse und Zuflüsse, sonst versumpfen und verlanden sie. Ortsgemeinden und Fresh X sind zwar sehr verschieden (wie z.B. Bodensee und Rhein), gehören aber trotzdem zum gleichen „Ökosystem“ und helfen einander in ihren spezifischen Aufgaben und Herausforderungen.