FAQ

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die rund um Fresh X immer wieder gestellt werden.

Ist Fresh X der nächste Hype aus Amerika?

Die Antwort ist: Nein, denn Fresh X kommt aus England.

Und wir sind überzeugt: Fresh X ist kein Hype und mehr als eine momentane Mode. Hypes haben meist nur kurze Halbwertszeiten, Fresh X dagegen ist in England schon seit Jahren eine breite Bewegung hin zu Menschen in unterschiedlichsten Lebenswelten. Denn Fresh X nimmt die Sehnsucht vieler Christinnen und Christen aus ganz verschiedenen Kirchen und Organisationen auf.

Auch in Deutschland scheint diese Bewegung den Nerv der Zeit zu treffen. Fresh X ist konsequente Fokussierung auf den christlichen Grundauftrag. Dieser kommt aus dem Herzen Gottes und möchte alle Menschen mit der Guten Nachricht von Jesus erreichen. Wo Gottes Sehnsucht unsere Sehnsucht wird, suchen Menschen nach neuen Wegen, um das Evangelium auch in bisher kirchendistanzierten Kontexten zu leben und zu kommunizieren. Dazu will Fresh X inspirieren und zu gangbaren Schritten motivieren.

Sind Fresh X nur alte Projekte mit neuem Label?

Patrick Todjeras vom IEEG Greifswald beantwortet die Frage in diesem Video.

Ist Fresh X eine Jugendgemeinde?

Patrick Todjeras vom IEEG Greifswald beantwortet die Frage in diesem Video.

Ist Fresh X nur was für "Fromme"?

Patrick Todjeras vom IEEG Greifswald beantwortet diese Frage in diesem Video.

Sind neue Gemeindeformen eine weitere Konkurrenz für unsere Ortsgemeinden?

Konkurrenz heißt: In einem Wettbewerb stehen. Ein Konkurrent wirbt mit dem gleichen oder einem ähnlichen Angebot im Programm zu sehr ähnlichen Öffnungszeiten um dieselben Kunden. Der eine verkauft z.B. samstags ab 9 Uhr Ackersalat auf dem Markt, die andere bringt am selben Tag ab 10 Uhr Kopfsalat unters Volk.

Neue Gemeinden sind nur dann Konkurrenz zu Ortsgemeinden, wenn sie eigentlich gar nicht "neu" sind, sondern ziemlich genau das tun, was in bestehenden Gemeinden auch passiert. 

Wenn neue Gemeinden aber das Anliegen von Fresh X in sich tragen und verkörpern, dann können sie gar keine Konkurrenz zu Ortsgemeinden sein. Eine Fresh X ist völlig anders ausgerichtet, sie hat andere Menschen im Blick als bestehende Gemeinden – nämlich die, die noch keinen Bezug zur Kirche haben. Passend... oder besser gesagt völlig anders als das Beispiel vom Markt würde eine Fresh X dann mittwochs junge Mütter zu sich nach Hause einladen zum gemeinsamen Stricken lernen, in einem Wohnzimmer mit einer Kinderspielecke.

Was bedeutet "missional"?

Der Begriff "missional" bezeichnet eine Lebenseinstellung: Menschen lassen sich in Gottes Rettungsmission (Missio Dei) mit hineinnehmen und leben ihr Christsein ganzheitlich. Dabei spielen Engagement für soziale Gerechtigkeit und Frieden, Bewahrung der Schöpfung und Evangelisation gleichermaßen eine Rolle.

Ein missionaler Lebensstil ist sich bewusst: Mission äußert sich nicht in erster Linie in Aktionen, sondern am Teilhaben an Gottes Mission, welches aus dem genauen Hören auf Gott und den Kontext erwächst.

Was bedeutet "mixed economy"?

Fresh X sind Ergänzung, nicht Ersatz bestehender Gemeindeformen!

Eine Fresh X macht den christlichen Glauben neu alltagsrelevant für Menschen, die bisher dem Glauben und der Kirche eher kritisch gegenüber standen. Damit ergänzen Fresh X die bestehenden Ortsgemeinden, können und wollen sie aber nicht ersetzen.

Dieses Miteinander von traditionellen und alternativen Gemeindeformen wird in England als "mixed economy" bezeichnet. Am besten kann man diesen Ausdruck mit dem Bild einer Seen-Fluss-Landschaft beschreiben: Ortsgemeinden gleichen Seen. Sie sind tief, beständig, in sich ruhend, mit vielen Ressourcen (auch unter der Oberfläche). Sie "bewässern" alles, was geographisch nahe ist, und um diese Seen herum grünt es.

Entfernt man sich jedoch weiter von den Seen, so fehlt das "Wasser des Lebens", man begibt sich in dürre Gebiete. Damit diese geistlich ausgetrockneten Gebiete aber blühen können, muss auch hier neu das "Wasser des Lebens" fließen. Bäche und kleine Flüsse (Fresh X) können es dorthin tragen, indem sie sich ihren Weg durch das Gelände suchen. Fresh X "grünen" entlang von Beziehungsnetzwerken, docken an Alltags- und Freizeitorten an. Um nachhaltig bestehen zu können, brauchen diese kleinen Flüsse das große Reservoir der Seen. Die Seen wiederum brauchen Abflüsse und Zuflüsse, sonst versumpfen und verlanden sie. Ortsgemeinden und Fresh X sind dann zwar sehr verschieden (wie z.B. Bodensee und Rhein), gehören aber trotzdem zum gleichen "Ökosystem" und helfen einander in ihren spezifischen Aufgaben und Herausforderungen.

Die Vision einer Kirche in doppelter Gestalt macht deutlich: Ortsgemeinden und Fresh X sind keine Konkurrenten, sondern verschiedene Ausdrucksformen, durch die das eine Reich Gottes im heutigen Leben Gestalt gewinnen will.

Was ist der Unterschied zwischen Fresh X und Gemeindepflanzung?

Die Fresh X-Bewegung ist aus der Gemeindepflanzungs-Bewegung der 1980er und 1990er Jahre gewachsen. Die Anglikanische Kirche hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv der Mission und Gemeindepflanzung verpflichtet. Nichtsdestotrotz ist sie zu der Einsicht gelangt, dass vorgefertigte Modelle, die in Kontexte hineingepflanzt werden, nur bedingt erfolgreich waren. Fresh X will die Überzeugung weitertragen, dass Menschen mit dem Evangelium in Kontakt kommen und in Gemeinden Heimat finden – jedoch ohne ein vorgefertigtes Gemeindemodell vorzuschlagen. Die Fokussierung auf die Werte: missional, kontextuell, lebensverändernd, gemeindebildend lassen viele unterschiedliche Ausdrucksformen von Gemeinde zu. Derzeit gibt es für eine Fresh X in der Anglikanischen Kirche etwa 30 Formen von kirchlichen Ausdrucksformen – als Familienkirchen, Seniorengemeinden, Jugendgemeinden, Kletterkirchen ...

Warum überhaupt eine Fresh X starten?

Erstens: wir lesen in der Bibel, dass Gott ein missionarischer Gott ist. Mission ist als Wesensmerkmal in der Trinität verwurzelt. Gott gibt sich dieser Welt hin und hat die Kirche dazu berufen an seiner Selbsthingabe teilzunehmen. Dabei steht fresh expressions für eine Vielfalt an kontextuellen Ausdrucksformen kirchlichen Lebens für verschiedene Zielgruppen und Milieus. Zweitens: Fresh X funktioniert! Die Statistiken und Zahlen aus der Church of England zeigen, dass es in allen Diözesen Englands etwa 13,5% fresh expressions gibt. Etwas weniger als die Hälfte der Menschen, die eine fresh expression besuchen, sind „non churched“ (haben mit Kirche und Glaube nichts zu tun), ein weiteres Drittel „de-churched“ (hatten einmal mit Kirche und Glaube zu tun) und ein Viertel sind mit der Kirche verbundene Menschen. In England gibt es gegenwärtig etwa 3500 fresh expressions.

Welche Organisation steckt hinter Fresh X?

Die Fresh X-Bewegung in Deutschland hat zunächst als ein loses Netzwerk von Fresh X-Partnern begonnen. Ein Netzwerk, das kein eigenes Büro und eigene Ressourcen, aber eine starke Vision hatte. Ein Netzwerk, das davon lebte, dass die Fresh X-Partner sich einbringen. Ein Netzwerk, das "von der Hand in den Mund" lebte und nur im Jahrestakt planen konnte. Bis Sommer 2014 wurde das Netzwerk maßgeblich von der amerikanischen Familienstiftung Maclellan unterstützt. 2017 wurde für die Steuerung der wachsenden Bewegung der Verein "Fresh X-Netzwerk e.V." gegründet. Aktuell gibt es knapp 30 Vereinsmitglieder.

Wie kann ich bei Fresh X mitmachen?

Allen, die sich aktiv für Fresh X einbringen und das Netzwerk unterstützen möchten, schlagen wir hier ein paar Möglichkeiten vor: